Bio Gärtnerei
Am Sonntag, den 04. Oktober um 13 gibt's nach einer schmackhaften Suppe folgendes Stück:
Wer hebt das Aug´ zu Kunigonden?“ – ein Zitat aus Schillers „Gang nach dem Eisenhammer“ ist der Titel unseres Melodrams.

Heute bezeichnet man mit dem Ausdruck „Melodram“ einen kitschigen Film mit schwülstiger Musik. Das war im 19. Jahrhundert noch ganz anders. Ursprünglich bedeutet Melodram die Vertonung eines Gedichts – aber nicht zum Singen, sondern zum Rezitieren (man sagte auch „Declamieren“). Musik und Sprache stehen also selbständig neben einander, sind aber inhaltlich, atmosphärisch und auch rhythmisch eng verbunden. „Wer hebt das Aug´ zu Kunigonden?“ beinhaltet schauerliche und dramatische Gedichte von Schiller, Lenau und anderen in Vertonungen von Liszt oder Weber mit viel ernstem Pathos aber auch viel (schwarzem) Humor.

Man kennt sie heute nicht mehr alle, die Dichter und Komponisten.
Aber sie sind – glauben Sie uns! – zu unrecht vergessen. Und das wollen wir ändern.

Kersti Löscher, Pianoforte und
Peter Haug-Lamersdorf, Rezitation
Melodramen eine "Handlung mit Musik", eine spätmittelalterliche, volkstümliche Moralität
erzählen von emotionalen und innerseelischen Konflikten.
Die literarische melodramatische Form erzählt von sozialen Missständen, ausgestattet mit Übertreibungen, heroischen Taten, unglaublichen Zufällen und großen Gesten, eine Auseinandersetzung mit Happy End und emanzipatorischen Bestrebungen,
von Liebe und die damit verbundenen Leiden und Leidenschaften.

Extreme Idealvorstellungen treffen auf äußere Beschränkungen, Familie, Gesellschaft und wirken emanzipatorisch, durch Kritik an der Gesellschaft im Namen des individuellen Glücks,

orientiert an den schwächeren
oder an das kleine System der sozialen Struktur

Gemeinde versus Gesellschaft

Familie versus Gemeinde

Individuum versus Familie